Was habe ich?

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Was habe ich?

Beitragvon Anna74 » Mi 03 Apr 2013, 10:42

Hallo!
Gestern bin ich zufällig auf das Thema Fibromyalgie gestoßen und habe sehr viele Parallelen zu meinem Krankheitsverlauf gefunden.
Angefangen hat alles vor etwa 12 Jahren im Alter von 27 in meiner ersten Schwangerschaft. Ich hatte h√§ufig R√ľckenschmerzen, denen ich aber erstmal nicht so viel Bedeutung beigemessen habe, da das in der Schwangerschaft wohl nicht besonders ungew√∂hnlich ist. Nach der Entbindung wurde es aber nicht besser, in regelm√§√üigen Abst√§nden immer wieder mal ein Hexenschuss, die Schmerzen kamen und gingen aber nach 1 bis 2 Wochen auch wieder weg. Mit der Zeit wurden die Schmerzen heftiger und auch h√§ufiger. Seit etwa 8 Jahren habe ich eigentlich immer Schmerzen, vorallem im unteren R√ľcken. Wo genau kann ich oft nicht sagen, da er nicht immer gleich ist und oft auch so diffus. Richtig schlimm wurde es vor etwa 1,5 Jahren. DIe Schmerzen sind immer da, meist sehr heftig, dass ich kaum gerade stehen kann, vorallem morgens kaum aus dem Bett komme. Ich habe seit √ľber einem Jahr keine Nacht mehr durchgeschlafen. Die Schmerzen strahlen bis in die Oberschenkel. Meine Haut ist teilweise sehr ber√ľhrungsempfindlich, schwer zu beschreiben, es ist unangenehm, wenn man dr√ľberf√§hrt, nicht direkt brennen, eher wie elektrisch aufgeladen. Vorallem bei Anstrengung und damit mein ich nicht schwere k√∂rperliche Arbeit, sondern eigentlich leichte Haushaltst√§tigekeiten, wie z.b. B√ľgeln, W√§schekorb tragen, Kochen etc. verspannt sich die gesmte R√ľckenmuskultur, bis irgendwann gar nichts mehr geht. Mein Darm spinnt dauernd und krampft. Wenn noch irgendwas dazukommt wie Periode oder Kopfschmerzen, f√ľhl ich mich dann wie ein H√§ufchen Elend. Normalerweise bin ich ein sehr lebenslustiger Mensch, doch mittlerweile bin ich oft fix und fertig, weil mein Alltag extrem stark beeintr√§chtigt ist. Ich bin sehr viel empfindlicher geworden, reizbarer, st√§ndig m√ľde, appetitlos, kann mit den Kindern kaum was unternehmen, Leistungsf√§higkeit gleich null, mittlerweile bekomme ich kaum noch den Haushalt auf die Reihe. Dazu kommt der Frust, weil das gerne als Faulheit angesehen wird. Ich versuche, meinen Mann und die Kinder nicht st√§ndig wegen den Dauerschmerzen vollzujammern, klappt aber meistens nicht, weil ich ja st√§ndig begr√ľnden muss, warum ich irgendwas schon wieder nicht machen kann. Zumal es bisher keine medizinische Erkl√§rung gibt. Laut CT liegen zwar 2 leichte Bandscheibenf√§lle vor, die aber diese Schmerzen nicht erkl√§ren, die Wirbels√§ule ist sehr steil, was mich wundert, weil ich √ľber 15 Jahre Ballett und Bodenturnen gemacht habe, uch sp√§ter immer gerne und viel Sport. Mittlerweile ist alles schon v√∂llig verk√ľrzt, weil ich durch die Schmerzen kaum noch was machen kann.
Versucht hab ich schon viel, aber irgendwie hilft nichts und wenn dann nur eine leichte Linderung f√ľr den Moment. Krankengymnastig, Krafttraining, Akkupunktur, Magnetfeldtherpie, E-Technik nach Hanke, Spritzen helfen √ľberhaupt nicht, Medikamente auch nicht. Bisher hab ich Voltaren Diclo, Ibo 800, Katadolon bekommen, hilft alles nichts. Einmal hab ich Valoron-Tropfen bekommen, die haben geholfen, weil ich innerhalb von 5 Minuten nach Einnahme zwar v√∂llig schmerzfrei und sofort eingeschlafen bin f√ľr 14!! Stunden. Hab aber schnell die Finger davon gelassen, weil mir die Gefahr der Abh√§ngigkeit zu gro√ü war. Au√üerdem kann ich schlafend meinen Alltag auch nicht bew√§ltigen. Mittlerweile hab ich schon viele Haus√§rzte und so einige Orthop√§den verbraten. Keiner konnte mir helfen, Blutbild und CT waren weitgehend unauff√§llig. Teilweise wird man bel√§chelt als √ľberempfindlich oder nicht richtig ernstgenommen. Ein Arzt hat gesagt: Wenn sie die Valoron nicht nehmen wollen, dann m√ľssen sie es eben aushalten.
Bin mittlerweile völlig verzweifelt und sehe mic h schon im Rollstuhl, wenn das weiterhin immer schlimmer wird. Kann es sein, dass das ganze Fibromyalgie ist und wenn ja, wie finde ich einen Arzt, der das auch erkennt?
Entschuldigung f√ľr den langen und unstrukturierten Text, aber das musste jetzt mal raus! :hilfe:

LG Anna
Anna74
Gast
 

Re: Was habe ich?

Beitragvon Josie » Mi 03 Apr 2013, 13:55

Hallo Anna!
Ich habe deinen Beitrag abgetrennt, damit er nicht untergeht, wenn Du dich hier anmeldest, kannst Du auf das gesamte Forum zur√ľckgreifen, das Forum ist kostenfrei.

Herzlich Willkommen im Forum!
Deiner Beschreibung nach k√∂nnte man von einem orthop√§dischen Schmerzsyndrom ausgehen, das jetzt chronisch wurde und zu einer sekund√§ren Fibro gef√ľhrt hat.

Allerdings mu√ü auf jeden Fall das ganze internistisch, rheumatisch abgekl√§rt werden, es k√∂nnte genauso gut eine entz√ľndliche Rheumaform dahinter stecken und es ist Aufgabe des int. Rheumatologen, herauszufinden, welche Ursache f√ľr deine Beschwerden zu Grunde liegen.

Du hast schon einige Medikamente ausprobiert, wurde bei dir auch schonmal ein Cortisonstoß gemacht?
Falls das Cortison hilft, w√§re das ein Zeichen f√ľr eine entz√ľndliche Rheumaform und deine Beschreibung spricht schon daf√ľr. Deshalb solltest Du einen Termin bei einem int. Rheumatologen ausmachen.
Leider haben sie h√§ufig sehr lange Wartezeiten f√ľr einen Ersttermin, bis zu 6 Monaten sind keine Seltenheit.

Wenn deine Schmerzen momentan sehr stark sind und der Termin f√ľr den Rheumatologen noch auf sich warten l√§√üt, dann frag mal deinen Hausarzt nach einem Cortisonsto√ü.
Der sollte allerdings nicht kurz vor dem Termin beim Rheumatologen gemacht werden, sonst k√∂nnte es passieren, da√ü Du zu dem Zeitpunkt √ľberhaupt keine Beschwerden mehr hast und der Rheumatologe das nicht gut einsch√§tzen kann.
Josie
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Registriert: Di 10 Mär 2009, 17:12
Tätigkeit: Krankenschwester, jetzt EU-Rente
Interessen: Lesen Radfahren, Schwimmen
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Diagnosen: 2xBandscheiben-Op mit bestehender Fu√üheberparese, Arthrose H√ľften und Knie, ISG-Arthrose, Schuppenflechte, Fibro, Depression, Schwere deg. Ver√§nderungen an der WS, Spondylarthritis mit peripherer Gelenkbeteiligung (PsA)

Re: Was habe ich?

Beitragvon trinesauerbier » Di 09 Apr 2013, 09:33

Hallo,

Alles was du schreibst ist f√ľr mich bekannt :unterhaltung: .
Auch bei mir hat es mit R√ľckenschmerzen begonnen (ca. vor 10 Jahren) und sich gesteigert, so dass ich manchmal im Scherz gesagt habe "Es gibt etwas was mir heute nicht wehtut: Meine Nasenspitze".
Auch bei mir √ľberwiegt die M√ľdigkeit, einfache Hausarbeiten machen mich fix und foxi, ich brauche nach Anstrengung lange bis ich wieder auf den Beinen bin, ich habe Konzentrations-und Aufmerksamkeitsprobleme durch die M√ľdigkeit und wenn es nach mir ginge w√ľrde ich jeden Abend um 18.00 Uhr ins Bett, nur um mich am Morgen absolut nicht erholt aus diesem zu qu√§len.
Gegen die Schmerzen nehme ich Ibu 800, Tolsperison und eine zeitlang habe ich abends Lyrica genommen, aber dadurch verst√§rkte sich meine Tagensm√ľdigkeit. Ein Cortisonsto√ü hat leider nur ganz kurz Erleichterung gebracht, da ich angeblich keine entz√ľndlichen Anzeichen habe.
F√ľr mich merkw√ľrdig, den ich habe oft hei√üe geschwollene Gelenke mit starken Schmerzen.
Gegen die Schmerzen kann man ja bedingt was machen, aber was mich wirklich fertig macht ist die M√ľdigkeit und die Ersch√∂pfung.
Ich bin ein aktiver, lebensfroher Mensch aber so langsam geht es wirklich an die Nieren, so gar nichts mehr leisten zu können.

Im Oktober war ich 2 Wochen in der Acura Akut Klinik in Baden-Baden zur Diagnostik. Fazit Fibromyalgie, chronisches Schmerzsyndrom, Fatiguesyndrom, Arthrosen in Fingern und Knien und LSB am Herz.
Es ist ein wenig besser geworden, ich habe mein Leben "entschleunigt", aber meine M√ľdigkeit/Ersch√∂pfung ist geblieben und das kann wohl niemand im Umfeld so richtig verstehen. Am Mittwoch fahre ich in Kur nach Bad Waldsee, ein wenig Kraft tanken und ganz viel schlafen ohne schlechtes Gewissen...

Ich w√ľnsche dir Kraft, suche einen Rheumatolgen auf (oder auch mehrere (mein erster Rheumatologe nimmt Fibromyalgie nicht ernst) und vorallem lass dich nicht unterkriegen, gehe positiv in den Tag und lade deine Batterien mit Kleinigkeiten ein wenig auf. :grin:
trinesauerbier
Gast
 


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