Mama mit Fibromyaligie: Tritt geben oder nicht?

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Mama mit Fibromyaligie: Tritt geben oder nicht?

Beitragvon BiKo » Sa 08 Sep 2012, 16:04

Hallo alle zusammen,

meine Mutter hat seit ca. f√ľnfzehn Jahren Fibromyalgie. Sie selber besch√§ftigt sich √ľberhaupt nicht damit und hat keine Ahnung davon. Meine Schwester und ich haben schon alles m√∂gliche versucht, aber sie will sich damit nicht auseinandersetzen. Meine Mutter hat auch einige andere Krankheiten, z. B. Polyneuropathie.

Sehr h√§ufig liegt sie stundenlang todm√ľde im Bett. Soll ich sie darin best√§tigen, ja kann sie vielleicht gar nicht anders, oder soll ich sie motivieren, etwas zu tun? Auch hat sie h√§ufig Schmerzen, vor allem bei feuchtem Wetter und Wetterumschwung. Welche Schmerzmittel helfen denn da am Besten. Meine Freundin, die beim Neurologen arbeitet, hat sie immerhin dazu gebracht, sich Gabapentin verschreiben zu lassen und sie nimmt auch Vitamin B 12.

Habt ihr Tipps, wie ich ihr helfen kann?

LG, BiKo
BiKo
Gast
 

Re: Mama mit Fibromyaligie: Tritt geben oder nicht?

Beitragvon Marylou » Sa 08 Sep 2012, 16:37

Hallo, Biko,

erstmal herzlich willkommen bei uns im Forum.

Fibromyalgie zu haben ist f√ľr den Betroffenen nicht einfach, und nach Deiner Beschreibung kommt es mir so vor, als w√ľrde Deine Mama resignieren. Deshalb ist es gut, das Deine Schwester und Du versuchen, ihr zu helfen.

Zun√§chst einmal ist es wichtig, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen, dann versteht man sie besser und kann seine √Ąngste und Probleme besser einordnen. Ich w√ľrde Dir empfehlen, Dich im Forum zu registrieren ( es ist seri√∂s, kostenlos und werbefrei) dann kannst Du viel √ľber Fibro erfahren, auch, wie sich Betroffene f√ľhlen. Vielleicht kannst Du Deine Mama sogar dazu bringen, im Forum zu lesen oder im g√ľnstigsten Fall auch zu schreiben, der Kontakt mit anderen Betroffenen hilft sehr.

War Deine Mama schon mal in einer Klinik, das ist ebenfalls sehr hilfreich, weil man dort den Umgang mit der Krankheit erlernen kann und durch gezielte Therapien Schmerzlinderung erfährt.
Grundsätzlich ist es bei Fibromyalgie ideal, wenn man eine multimodale Therapie macht, das heißt, eine Kombination aus Physiotherapie, Bewegung, sanfter Entspannung und eventuell auch Psychotherapie, ergänzend dazu Medikamente.

Es ist so, das die Fibromyalgie nur mit Medikamenten und Bettruhe mit Sicherheit nicht besser wird, man muß aktiv dagegen angehen.

Vielleicht gibt es in Eurer N√§he auch eine Selbsthilfegruppe, wo sich Deine Mama anmelden kann. Zu erfahren ist das √ľber die Rheumaliga.

http://www.rheuma-liga.de/
Marylou
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Re: Mama mit Fibromyaligie: Tritt geben oder nicht?

Beitragvon angie1310 » Do 08 Nov 2012, 08:45

Hallo Biko,
ich beantworte Dir Deine Frage jetzt mal aus der Sicht einer von Fibro betroffenen und auch als Mutter von vier Kindern.
Diese qu√§lende Dauerm√ľdigkeit ist leider ein Symptom der Fibro, aber ich habe gemerkt, dass die durch "Dauerrumliegen" nicht besser wird und sich die Schmerzen gleichzeitig noch verst√§rken.
Außerdem geht es ziemlich auf die Laune, wenn man sich in so einer Situation befindet und das ist dann der erste Schritt in die Richtung einer Depression... damit ist der Teufelskreis, aus dem man nur schwer wieder rauskommt, perfekt.

Ich selber bin vor einigen Jahren an diesem Punkt gewesen... wollte mir gleichzeitig aber nicht eingestehen, dass ich an einer Depression leide. Es war die Frage meines √§ltesten Sohnes... "Mama, was ist eigentlich mit Dir los?"... die mich wachger√ľttelt hat... und dann habe ich angefangen, zu k√§mpfen... mir mein Leben zur√ľck zu erobern, trotz Schmerzen und M√ľdigkeit.

Also w√§re mein Vorschlag, Deine Mutter "zu treten"... aber nicht mit Vorw√ľrfen... sagt ihr einfach, wie hilflos Ihr Euch in dieser Situation f√ľhlt. Vielleicht kann sie sich dann aufraffen... wenn nicht sich selber, dann vielleicht aber Euch zuliebe. Denn f√ľr mich war dieser Gedanke, was ich meinen Kindern zumute mit dem Anblick einer kraft- und mutlosen Mutter, die nur noch ohne jeden Funken Freude, ohne Lachen und gute Laune auf dem Sofa rumh√§ngt, DER Tritt, den ich gebraucht habe, um den Kampf aufzunehmen.
Nicht den Kampf GEGEN die Fibro... der ist aussichtslos... aber ich habe gelernt, mit ihr zu leben.
Und eine gute Therapeutin hat mir geholfen, einerseits einiges an Verantwortung (die ich meinte, alleine tragen zu m√ľssen) abzugeben, auch an meine Kinder... Hotel Mama ist pass√©... und andererseits endlich Verantwortung f√ľr mich zu √ľbernehmen, dass es mir gut geht... und das ganz ohne schlechtes Gewissen.

Ich w√ľnsche Dir, dass Ihr einen Weg findet, zu Eurer Mutter durchzudringen...
durch diesen Panzer der Hoffnungslosigkeit und nagender Selbstzweifel, den sie wohl - so wie ich damals - langsam um sich rum baut.
Alles Gute f√ľr Euch und liebe Gr√ľ√üe
von angie
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Re: Mama mit Fibromyaligie: Tritt geben oder nicht?

Beitragvon Shinji » Mo 26 Nov 2012, 23:37

Hallo Biko,

Ich selbst habe fibro seit mehr als 20 Jahren und ich kann dir sagen, dass es nicht einfach ist das zu akzeptieren.
Das beste was dem erkrankten passieren kann, ist das das Umfeld sich damit auseinandersetzt. Oft ist das nämlich leider nicht so, weil man uns die Krankheit nicht unbedingt ansieht. Ok, du und deine Schwester, ihr seit wohl aufgrund der Verhaltensweise eurer Mutter dazu gezwungen weil sie anscheinend resigniert. Aber das muss sie nicht! Fibro ist wie ein fluch, so sehe ich das, weil man andere evtl. Zusätzlich vorhandene Erkrankungen nur schwer erkennen oder abschätzen kann.
Aber... man kann mit der fibro relativ gut leben, wenn man sie anerkennt und lernt damit zu leben und nat√ľrlich auch entsprechende Medikamente einnimmt.

Der Tipp, wie schon eine der vorschreibrinnen hier es geschrieben hat, versuche deiner Mutter dieses Forum vorzustellen.
Die Betroffenen hier sind alle sehr lieb und hilfreich. Ich selbst war hier eine lange Zeit Mitglied und es hat mir unglaublich geholfen :daumen hoch: also "trete" sie ruhig ein wenig. Vorsichtig aber bestimmt.

Alles gute f√ľr euch!
Shinji
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